Zum Stand der Bauarbeiten

Ein aktueller Über- und Ausblick zum Stand der Bauarbeiten in der Universitätsbibliothek Stuttgart

Themen:
Standort Vaihingen
Standort Stadtmitte
Ausblick

Standort Vaihingen

Die Bauarbeiten am Standort Vaihingen kommen voran. Trotz Baustoffknappheit und Handwerkermangel, die besonders die Komplettsanierung der Toiletten behindern, konnten die Abdichtungsarbeiten am in die Jahre gekommenen Flachdach mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden. Etwas schwieriger gestaltet sich die Lage bei den Toiletten. Leider war es hier mit einer kosmetischen Sanierung der Oberfläche nicht getan. Aufgrund schadstoffbelasteter Fertigbauelemente und mehreren unbemerkten Haarrissen in den Entwässerungsleitungen der Toiletten mussten die Toiletten komplett zurückgebaut und der gesamte Bereich in den Rohbauzustand versetzt werden, da die Haarrisse den Bereich unter dem Estrich durchfeuchtet hatten. Dies war der Grund für die Geruchsbelästigung, die in den letzten Jahren von unseren Nutzerinnen und Nutzern regelmäßig beklagt wurde und die wir mit verschiedenen, kleineren Maßnahmen in den letzten Jahren nicht beseitigen konnten.

Nach dem kompletten Rückbau der Toilettenanlagen inkl. sämtlicher Entkernter Toilettenbereich UB VaihingenStrom- und Wasserinstallationen, Zwischen- und Außenwände steht in den nächsten drei Monaten der Wiederaufbau der Anlage an. Trotz Terminschwierigkeiten beim Trockenbau – leider das erste anstehende Gewerk – hoffen wir, bis Ende Januar den Betrieb am Standort Vaihingen zu den gewohnten Zeiten von morgens um 8:00 (Montag bis Freitag) bzw. 10:00 Uhr (Samstag und Sonntag) bis Mitternacht anbieten zu können. Leichte Einschränkungen in Abhängigkeit von den dann gültigen Corona-Regeln könnten noch auftreten.
Wir wissen um die derzeitige Problematik der Universität, genügend Lernplätze anzubieten, und freuen uns, ab spätestens Anfang Februar am Standort Vaihingen wieder einen Großteil unserer ca. 670 Leseplätze anbieten zu können. Diese unterliegen weniger restriktiven Corona-Regeln als reine Lernplatzangebote (z.B. Verzicht auf Voranmeldungen).

Bis dahin können wir lediglich einige wenige, vorab buchbare Lernplätze im Schulungsbereich im Erdgeschoß der Vaihinger Bibliothek anbieten. Deswegen finden hier bis auf weiteres keine Schulungsveranstaltungen statt. Online-Alternativen sind aber über die URL https://www.ub.uni-stuttgart.de/lernen-arbeiten/kurse-tutorials/kursangebote-der-ub/ buchbar. Hilfestellungen zu einzelnen Angeboten liegen unter der URL https://www.ub.uni-stuttgart.de/lernen-arbeiten/kurse-tutorials/selbstlernmaterialien/ vor.

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Standort Stadtmitte

Dachentwässerung hoch über den Lesesaalsitzplätzen UB StadtmitteNicht ganz so erfreulich gestaltet sich die Situation am Standort Stadtmitte. Hier rechnen wir derzeit nicht damit, in den nächsten beiden Semestern Leseplätze anbieten zu können. Die Sanierungsarbeiten, deren Kosten sich im unteren siebenstelligen Bereich bewegen, werden noch mindestens ein Jahr dauern. Das meiste davon wird unsichtbar bleiben, da sich die Sanierung der Entwässerung des Flachdachs inklusive aller Fallrohre bis zur Bodenplatte überwiegend hinter Trockenbauwänden und über abgehängten Decken versteckt (Kosten voraussichtlich ca. 210.000 €). Bemerken werden Sie aber hoffentlich die deutlich verbesserte Netzwerkinfrastruktur, die im Rahmen dieser Sanierungsarbeiten für insgesamt ca. 800.000 € ebenfalls in Angriff genommen wird und sowohl die Situation im Bibliotheksgebäude als auch auf dem Außencampus im Stadtgarten deutlich verbessern wird. Freigelegte Wand im Lesesaal UB Stadtmitte Wir gehen davon aus, dass die Netzwerksituation in diesem Campusbereich damit für die nächsten zwanzig Jahre gesichert ist. Auch am Standort Stadtmitte wird die Toilettensituation im Rahmen dieser Maßnahme verbessert. Auch hier verbergen sich die meisten notwendigen Arbeiten hinter Decken und Wänden, sind aber trotzdem zeit- und materialaufwendig und entsprechend kostenintensiv. Nach Abschluss der Toilettensanierung wird keine größere Anzahl an Toiletten zur Verfügung stehen, die vorhandenen werden aber deutlich ausfallsicherer funktionieren als bisher (Kosten: noch nicht ermittelt).

Zeitlich kaum ins Gewicht fällt dabei die Erneuerung der Ausstellungsfläche im Erdgeschoß, die vor allem die Präsentation universitätseigener Ausstellungen, die überwiegend in studentischen Seminaren erarbeitet werden, ins rechte Licht rücken werden Geöffnete Decke im Foyer UB Stadtmitte (Kosten ca. 50.000 €). Wir gehen davon aus, dass wir die Erdgeschoßflächen der Bibliothek ab Mai nächsten Jahres – als perspektivischen Ausblick auf mögliche Aufgaben einer zentrale Kustodie der universitären Sammlungen – zunächst für eine Präsentation der universitätseigenen Sammlungen nutzen können. Parallel dazu werden die Leihstelle und die Buchabholung und -rückgabe ins Erdgeschoß umziehen. Denn dann werden in einem weiteren Bauabschnitt die Treppenanlage ins 1. Obergeschoß nicht zugänglich sein und im Lesesaal weitere große Buchrückarbeiten stattfinden. Hier müssen wir die sanierungsbedingt ausgelagerten Buchbestände, die auf den Arbeitstischen lagern, zurück in die Regale räumen und Platz für weitere Gerüstaufbauten schaffen.

Diese groß Umorganisation des Lesesaals in der UB Stadtmitteangelegte Buchrückaktion nutzen wir, um nach der Wiedereröffnung der Lesesäle einem Defizit aus der letzten Studierendenbefragung begegnen können: Bislang sind die Bestände nicht nur nach Fächern, sondern innerhalb dieser auch noch nach ausleihbar, nicht ausleihbar und Zeitschriften getrennt aufgestellt. Künftig wird die gesamte Literatur zu einem Fach zusammen aufgestellt. Die Nutzer*innen erhalten damit einen besseren Überblick über die relevante Studienliteratur ihres Faches. Recherchieren, Lesen, nachschlagen und schreiben werden somit in eine räumliche Nähe gebracht, die ein konzentriertes Arbeiten ermöglicht. Diese komplette Neusortierung der Literatur – eine sechsstellige Zahl an Büchern und Zeitschriftenbänden – ist in Zeiten eines normalen Bibliotheksbetriebs unmöglich. Sie ist aber dennoch eine Notwendigkeit, die in den meisten anderen Bibliotheken schon lange umgesetzt ist und hier in Stuttgart letztlich ein Relikt aus der Bauzeit des Gebäudes ist.

Das Gebäude der Universitätsbibliothek in der Stadtmitte wird seit mittlerweile mehr als sechzig Jahren ohne größere sanierungsbedingte Schließungszeiten betrieben – auch dies ein Ausweis für die Qualität des Gebäudes. Es ließ sich – mit Einschränkungen zwar, aber immerhin ohne größere Probleme – den gewandelten Benutzungs- und Angebotsbedingungen an einer Universitätsbibliothek anpassen: Von einer Magazinbibliothek mit schlichten Lesearbeitsplätzen ohne jede technische Ausstattung hin zu einer modernen Freihandbibliothek mit heterogenen Lernlandschaften, Internetanbindung und Bereitstellung technischer Gerätschaften. Vom reinen, verwaltenden Bücherspeicher hin zu einer hybriden Bibliothek mit einem vielfältigen Angebot moderne Informationsdienstleistungen.
Mit voller Wucht hat die Dachentwässerungsproblematik, die die gesamte Gebäudefläche auf allen Etagen beeinträchtigt, die Planungen der dringend notwendigen Modernisierungsmaßnahmen torpediert. Dies war aufgrund der maroden Gebäudetechnik zwar absehbar, der genaue Zeitpunkt aber letztlich unvorhersehbar.

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Ausblick

Jetzt ist leider die Zeit gekommen, das Gebäude einer gründlichen Renovierung zu unterziehen. Um die ersten Schritte auf diesem Weg zu unternehmen, haben wir die Corona-Pandemie genutzt. Dass die geplanten Maßnahmen – Erneuerung der Datenverkabelung und der Ausstellungsfläche sowie der Screenshot Homepage Projekt Campus-HubToilettenanlagen – nicht im geplanten Zeitrahmen durchgeführt werden konnten, ist dem maroden Gebäudezustand zuzuschreiben. Denn zahlreiche ungeahnte Havarien größeren Ausmaßes haben zu großen zeitlichen Verzögerungen im Ablauf geführt. Die derzeitigen Maßnahmen können eine Generalsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes nicht ersetzen, wohl aber hoffentlich solange hinauszögern bis mit dem hochschulübergreifenden Projekt Campus-HUB eine geeignete Ergänzung der Bausubstanz der UB entstanden ist. Diese kann dann in einem ersten Schritt die bisherige Bibliotheksfunktion mit übernehmen. Nach einer erfolgreichen Generalsanierung des UB-Gebäudes soll dieses Gebäude wieder in seiner Bibliotheksfunktion eingesetzt und mit dem Neubau verzahnt werden. Beide zusammen vereinen dann – neben ihrer Funktion als Sammlungszentrale für die Universität und ihre heterogenen Bibliotheken und sonstigen materiellen Sammlungen und Archiven – die weiteren Funktionen eines Campus-HUBs für die anliegenden Hochschulen: kombinierte Lern- und Veranstaltungsräume mit gastronomischem Angebot, Zentren für Digitalisierung und materielle Reproduktion („Makerspace“), Ausstellungsflächen sowie Verwaltungsflächen für die in der Institution Campus-HUB zu erbringenden Dienstleistungen.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter der URL https://c-hub.ub.uni-stuttgart.de/.
Universität und Bibliothek werden sich jetzt gemeinsam bemühen, eine Interimslösung für die Bereitstellung von Arbeits- und Lernplätzen auf dem Campus Stadtmitte zu finden. Diese wird neben einer stärkeren Beteiligung der Institutsbibliotheken möglicherweise in der Nutzung eines Behelfsbaus im Stadtgarten bestehen.

Markus Malo, Oktober 2021

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